Inhalt von Kokosnussdrinks: Wasser, Zucker und nur 3% Kokosnuss?

Foto von Noemí Jiménez
 

Seit einigen Jahren sind ja diverse Milch-Alternativen sehr beliebt: Es erscheint chic und gesund, wenn man sein Müsli statt mit Kuhmilch nun mit Soja-, Mandel- oder eben Kokosmilch zubereitet.
 

Der Name „Milch“ darf natürlich bei Soja- oder Nuss-Getränken nach EU-Richtlinien nur umgangssprachlich benutzt werden. Richtig heißen diese Getränke dann beispielsweise „Mandeldrink“ oder Kokosnussdrink“.
 

Wir wissen ja inzwischen: Wenn Produkte von der Nahrungsmittelindustrie als besonders gesund beworben werden, lohnt es sich immer, genauer hinzuschauen. Denn die Zeiten, wo wir uns von jungen, strahlenden Werbefrauen jeden Blödsinn als „gesund“ verkaufen lassen, sind doch inzwischen vorbei… oder…?
 

Schauen wir uns also einmal die kleingedruckten Inhaltsstoffe eines typischen Kokosnussdrinks an:
 

Zunächst einmal ist in der Verpackung vor allem: Wasser. Immerhin an zweiter Stelle erscheint dann auch die Kokosmilch, die allerdings wiederum aus Kokoscreme und Wasser besteht. Die Angabe „5,3 Prozent“ ist hier also mehr als irreführend. Es ist nicht ersichtlich, wieviel Kokosnuss hier eigentlich enthalten ist.
 

Reis ist billiger als Kokosnuss, darum wurden zu diesem Produkt auch gleich 3,3 Prozent hinzugefügt. Nach Wasserentzug und korrekter Berechnung ist in diesem Produkt also höchstwahrscheinlich mehr Reis als Kokosnuss enthalten, aber das wurde geschickt verborgen.
 

Tricalciumphosphat (E 339) ist ein synthetisch hergestellter Phosphatzusatz, der meiner Meinung nach in unserem Körper nichts zu suchen hat!
 

Carrageen (E 407) ist ein Verdickungsmittel, das nach Ansicht einiger Wissenschaftler in Verdacht steht, die Ausbreitung von Geschwüren im Magen-Darm-Trakt und sogar Brustkrebs zu fördern.
 

Guarkernmehl (E 412) ist ebenfalls ein Verdickungsmittel und scheint in normalen Dosierungen ungefährlich zu sein. Xanthan (E 415) ist ein weiteres Verdickungsmittel und soll im Gegensatz zu Carrageen immerhin deutlich weniger bedenklich sein.
 

Nun werden dem Produkt noch künstlich hergestellte Vitamine zugesetzt, um beim Verbraucher den Anschein eines gesunden Produkts zu erwecken. Ich rate bei allen Produkten mit zugesetzten Vitaminen immer zur Vorsicht!
 

Was sich dann hinter dem letzten Punkt „Aromen“ verbirgt, bleibt leider im Dunkeln. Natürlich braucht dieser Drink noch irgendwelche Zusätze, um nach irgendetwas zu schmecken, denn Reis, schätzungsweise 2% Kokosnuss (?) und ein bisschen Meersalz bringt noch keinen Geschmack.
 

Als zweites Beispiel habe ich hier mal einen „Biologischen Cashewdrink mit Kokos (glutenfrei)“ herausgesucht. Auch dieser besteht natürlich zunächst einmal aus Wasser und dann immerhin aus 5% Cashewnuss.
 

Gleich als nächstes kommt dann allerdings Agavendicksaft. Wer weiß schon, dass diese vermeintlich gesunde Zuckeralternative noch giftiger als weißer Zucker ist?
 

Der nächste Punkt in der Liste ist bei diesem Produkt dann Kokosmilch und hier (Hut ab!) wurde einmal korrekt angegeben, wieviel Kokosnuss nach dem Wasserentzug denn tatsächlich enthalten ist. 1,8 Prozent – nicht viel, aber wenigstens ist es ehrlich angegeben.
 

Auch bei diesem Produkt muss natürlich wieder mit Guarkernmehl (E 412) verdickt werden, und auch dieses Produkt würde wohl ohne den Zusatz von Salz und (immerhin natürlichem) Aroma nach absolut nichts schmecken. Die magischen Werbewörter „biologisch“, „laktosefrei“ und „glutenfrei“ sollen einem dann nochmal weismachen, dass dieses Produkt besonders gesund sei.
 

Bei anderen Milchersatz-Produkten wie Reismilch, Hafermilch oder Sojamilch sieht die Bilanz leider nicht viel besser aus.
 

Meine Empfehlung: Wie wäre es stattdessen einfach mit Wasser und selbst beigemischte gemahlene Nüsse oder auch reines Kakaopulver – das schmeckt besser und ist dann auch tatsächlich gesund.