Dollhouse: Sind wir nur Puppen im kosmischen Puppenspiel?


 

Fernsehen beeinflusst unser Denken, dazu hatte ich vor kurzem die Doku-Videoreihe von „Jasinna“ vorgestellt. Nun gibt es TV-Serien, die zunächst „handelsüblich“ daherkommen, aber nach einer Weile zum Nachdenken anregen. Dollhouse von Joss Whedon ist so eine Serie.
 

Nun muss ich zunächst erklären, dass ich TV-Serien grundsätzlich nicht im normalen Fernsehprogramm sehe, um dann ggf. eine Woche auf die nächste Folge zu warten. Stattdessen möchte ich lieber mit der DVD-Version einer gutgemachten Serie voll und ganz eintauchen in diese Welt. Dazu guckt man sich am besten täglich 3-4 Folgen hintereinander an…
 

Dollhouse ist ein Ort, an dem sich freiwillig teilnehmende Menschen neue Identitäten einprogrammieren lassen. Komplett mit detailliertem Lebenslauf (inkl. aller Erinnerungen an alle Begebenheiten der Rollenfigur) und teilweise sehr speziellen Fachkenntnissen in jeder beliebigen Richtung. Das Dollhouse vermietet dann die Dolls (engl. „Puppen“) tageweise an solvente Kunden, die sich damit sehr spezielle Wünsche erfüllen lassen.
 

Egal ob der Kunde nun ausgefallene sexuelle oder unerfüllte Beziehungswünsche hegt oder ob er einen hochspezialisierten Anwalt benötigt – alles ist möglich, solange die Dolls die richtige Prägung (imprint) erhalten. In den Erinnerungen der Dolls werden teilweise auch dramatische Szenen einprogrammiert, die vielleicht als Kind erlebt wurden – damit sich die Rolle dieser Persönlichkeit dann im weiteren Verlauf des Lebens in eine bestimmte (meist spezialisierte) Richtung entwickelt – damit nachher alles zusammen passt und innerhalb des Bewusstseins der Dolls plausibel bleibt!
 

Dabei überwacht das Dollhouse stets die Sicherheit ihrer Dolls und versucht, die Schnüre in der Hand zu behalten, damit die Einsätze der Dolls möglichst reibungslos verlaufen. (Was natürlich ganz im Sinne eines guten Spannungsbogens der Serie nicht immer so gut gelingt.)
 

Soweit so normal! Schon nach ein paar Serienfolgen kamen bei mir jedoch Gedanken auf, die vom Erfinder der Serie (Joss Whedon) durchaus eingeplant sein dürften: Sind wir auch nur Dolls in einem kosmischen Puppenspiel?
 

Wenn man das Konzept der Wiedergeburt akzeptiert, dann passen hierzu unweigerlich auch Konzepte der (Vorher-)Bestimmung und auch einer gewissen (zumindest inneren) Führung. Und auch „schreckliche Dinge“, die in unserem Leben passiert sind, können im Nachhinein manchmal wie ein Geschenk wirken – wenn wir uns aufgrund des Erlebnisses nämlich in eine spezialisierte Richtung weiterentwickeln und viel mehr aus unseren Potentialen schöpfen, als es vorher möglich gewesen wäre.
 

Egal, ob wir nun in einem kosmischen Dollhouse mitspielen und von Leben zu Leben in immer neuen Rollen unser Bewusstsein perfektionieren oder ob wir vielleicht nur eine „Software“ in einem gigantischen Simulationscomputer sind (es gibt tatsächlich Wissenschaftler, die hierzu Gegenbeweise suchen!) – es ist doch schön, wenn eine TV-Serie zum Philosophieren über das eigene Leben anregen kann!
 

Wer nun gespannt auf diese Serie ist und mitphilosophieren möchte, hier gibt beide Staffeln in englischer Sprache bei Amazon: Dollhouse (Staffeln 1 + 2)