Rückführungen in Hypnose: Wer warst du im letzten Leben?


 

Dr. Ian Stevenson hat bei seiner Reinkarnationsforschung ganz bewusst nur Kinder befragt, die von spontanen Erinnerungen eines vorherigen Lebens zu erzählen hatten. Stevenson probierte während seiner Studien jedoch auch Hypnose aus, um ggf. mehr nutzbare Informationen zu erhalten. Allerdings entschied er sich recht schnell gegen diese Methodik.
 

Viele Menschen gehen davon aus, dass in unserem Unterbewusstsein Rest-Erinnerungen früherer Leben gespeichert sind. Daher erscheint die Technik der Hypnose hier ein spannendes Instrument zu sein, um einzelne Fragmente dieser eventuell gespeicherten Erinnerungen wieder ans Licht zu bringen.
 

Doch (das erkannte auch Stevenson schnell), die in Hypnose hervorgebrachten Bilder und Empfindungen sind immer eine Mischung aus vielerlei Eindrücken: bevorzugt erlebte Situationen aus diesem Leben, aber auch Traumfragmente und vieles mehr. Unser Wachbewusstsein kann die jeweilige Quelle der hervorgebrachten Informationen, Bilder und Empfindungen nicht logisch unterscheiden. Das ist naheliegend, wenn man bedenkt, wie unser Unbewusstes Informationen speichert: nicht strukturiert wie in einer Bibliothek, sondern (zumindest vom Standpunkt unseres Wachbewusstseins gesehen) in einem chaotischen Durcheinander.
 

Das Unbewusste ist ein weites Feld, und in den meisten Teilen noch gänzlich unerforscht. Der eine oder andere Mensch bringt in einer hypnotischen Rückführung bereits innerhalb des jetztigen Lebens „geglaubte Erinnerungen“ hervor, die in Wirklichkeit nie stattgefunden haben. Das ist insbesondere bei Trauma-Erlebnissen nicht ganz konsequenzlos: Wenn das Unbewusste der Meinung ist, es gab ein schlimmes Erlebnis, und dieses ist nun einmal im Wachbewusstsein angekommen, dann muss dieses Thema dort auch (hoffentlich von einem Profi) behandelt werden – egal, ob das Trauma tatsächlich stattgefunden hat oder nicht.
 

Eine Rückführung in Hypnose (ob innerhalb dieses Lebens oder über die Geburt hinaus in ein mögliches früheres Leben) kann dennoch ein wunderbarer Weg für mehr Selbsterkenntnis sein. Einiges, was hier aus den tief versunkenen „Speicherfestplatten des Unbewussten“ hervorgebracht wird, kann uns durchaus dabei helfen, das eine oder andere in unserem täglichen Leben besser verstehen zu können.
 

Ob die vermeintlichen Erinnerungen dann stimmen oder nicht (die Quantenphysiker würden hier die Theorie der Paralleluniversen vorschlagen), ist letztlich vielleicht gar nicht so entscheidend. Wichtiger erscheint mir, woran wir glauben (können) und was uns Sinn verschafft.