Die Salat-Lüge? Wer schreibt so einen Blödsinn?!

Foto von Taylor Kiser
 

Ein Freund zeigte mir kürzlich ein älteres Internet-Fundstück von der Süddeutschen Zeitung: Im Artikel „Die Salatlüge“ soll dem Leser auf recht plumpe Art untergeschoben werden, Salat wäre nicht sonderlich gesund.
 

Als Beispiel wird aus Spanien importierter Eisbergsalat genommen und dessen Nährstoffbilanz dann im Laufe des Artikels auf alles grüne Blattgemüse übertragen. So jedenfalls bildet sich beim Leser die Meinung, dass man gar keinen Salat essen braucht, weil dieser sowieso wenig Gesundheit verspricht.
 

Wer den Artikel aufmerksam liest und die subjektive Wirkung einiger Sätze und Beschreibungen kritisch hinterfragt, muss dem Autor unweigerlich die bewusste Verbreitung von Fakten-Verwirrung und Negativ-Propaganda (= Fake-News) für eine grüne Ernährungsweise unterstellen!
 

Der Heilbronner Lebensmittelchemiker Udo Pollmer (…) bescheinigt dem Gemüse die ,,Ernährungsphysiologie eines Papiertaschentuchs mit einem Glas stillen Wasser“.
 

Ich frage mich, was man geraucht haben muss, wenn man eine große Schüssel gemischten (!) Salats mit einer Schüssel in Wasser aufgeweichter Papiertaschentücher vergleichen möchte.
 

In den meisten Fällen sollte ein Salat nämlich schön bunt aussehen, und nicht nur aus geschmacklich ziemlich langweiligem Eisbergsalat bestehen. Der Körper bekommt mit einem bunten Salat eine höchst interessante Mischung tausender und abertausender Inhaltsstoffe – etwas, was man dem Papiertaschentuch sicher nicht nachsagen kann.
 

So liefern diese 100 Gramm Gemüse dem Körper nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 13,1 Kilokalorien – herzlich wenig.
 

Wie bitte? Ist Übergewicht nicht eines der größten gesundheitlichen Probleme unserer „modernen“ Zeit? Und ist dem Autor des Artikels dies nicht bewusst?
 

Unsere Gesellschaft arbeitet größtenteils im Sitzen und ist auch ansonsten sehr bequem geworden, verbraucht also entsprechend wenig Kalorien. Die typische, durchschnittliche westliche Ernährungsweise liefert uns viel zu viele Kalorien und viel zu wenig echte (Mikro-) Nährstoffe.
 

Darum erkranken auch immer mehr Menschen an den so schön benannten „Zivilisationskrankheiten“ (Krebs, Herz-/Kreislauf-Krankheiten, Alzheimer, usw.).
 

Außerdem: „Salat ist im Vergleich zu anderen Gemüsesorten nicht sehr vitamin- und mineralstoffreich“, sagt Antje Gahl von der DGE.
 

Wer als Ernährungswissenschaftler (oder ist Antje Grahl nur die Pressesprecherin?) einfach so Äpfel mit Birnen vergleicht, sollte sich einen anderen Job suchen.
 

Nochmals: Kaum jemand isst 100g Blattsalat von einer Sorte und nichts anderes dazu. Ein guter Salat besteht üblicherweise aus 2-3 verschiedenen Blattsorten, die eine sehr unterschiedliche Mikronährstoffbilanz aufweisen und keinesfalls so plump mit Papiertaschentüchern oder „anderem Gemüse“ verglichen werden können.
 

Dazu sollte ein guter Salat auch noch aus anderen Gemüsesorten wie z.B. Zwiebeln oder Lauchzwiebeln, grünem und/oder roten Paprika, Salatgurke und frischen Kräutern bestehen. Wer seinem Körper etwas ganz besonders gutes tun möchte, nimmt noch etwas Avocado, ein paar Nüsse und vielleicht sogar noch frische Sprossen dazu.
 

Wer kein Vegetarier ist, mag seinen Salat oft auch mit einer kleinen Portion Fisch oder einigen mageren Hähnchenstreifen. Dazu gibt es meist das ernährungsbilanztechnisch besonders wertvolle extra native Olivenöl.
 

Auch in meine morgendlichen grünen Smoothies mische ich eine bunte Auswahl grüner Salat- und Gemüsesorten – und dies in einer so großen Menge, wie man sie üblicherweise nicht mit einem Teller Salat zu sich nehmen könnte.
 

Es versteht sich natürlich von selbst, dass ein heimischer Bio-Salat immer deutlich mehr Mikronährstoffe und Leben beinhaltet als ein aus tausenden von Kilometern importierter Salatkopf aus der Massenproduktion.
 

Unsere heutigen Lebensmittelchemiker und Ernährungsmediziner können leider solch ein komplexes System aus tausenden von Inhaltsstoffen überhaupt nicht überblicken und auswerten.
 

Also greifen sie sich gerne einen einzigen Inhaltsstoff aus dem bunt gemischten Salat heraus (100g Eisbergsalat) und vergleichen dann 10 oder 20 bekannte Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe) mit der Nährstoffbilanz anderer Gemüsesorten. Welch erbärmlich eingeschränktes Denken!
 

Mit dem „komplexen System aus tausenden von Inhaltsstoffen“ meine ich all die bisher in ihrer Wirkung gänzlich unerforschten Bestandteile eines Salatblatts.
 

Wir nennen diese vereinfacht „sekundäre Pflanzennährstoffe“ und haben leider schlichtweg keinerlei Ahnung, was diese im Körper gutes bewirken können, insbesondere in ihrer nochmals deutlich komplexeren Wechselwirkung untereinander.
 

Wir sehen ein Salatblatt heutzutage in etwa so, wie sich unsere Vorfahren die Erde vorgestellt haben: Sogar die meisten „gebildeten“ Menschen dachten damals, unsere Welt wäre eine flache Scheibe und man würde an einer Seite herunterfallen, wenn man zu weit auf‘s Meer hinaus segelt.
 

Nach und nach entdecken wir allerdings immer mehr von den weißen Flecken auf unserer Salat-Weltkarte: zum Beispiel erforschen wir, welch erstaunliche Heilwirkung Chlorophyll in unserem Körper haben kann.
 

Da man mit gesunder Ernährung als solches nicht besonders viel Geld verdienen kann, werden die Forschungsgelder allerdings bevorzugt von der Pharmaindustrie zur Verfügung gestellt. Dann kommen natürlich vor allem solch schrägen Erkenntnisse dabei heraus, dass möglicherweise spezielle Chlorophyll-Präparate die Nebenwirkung einer Chemotherapie reduzieren könnten.
 

Wer dagegen erforschen möchte, wie eine ausreichende tägliche Menge Blattgrün unser Immunsystem so sehr stärkt, dass wir gar nicht erst an Krebs erkranken können, bekommt selten genug Forschungsgelder und dafür umso mehr Steine in den Weg gelegt…
 

Also: Iss mehr Salat! Grün ist gesund! Und lass dir von einer Zeitung, die sich größtenteils aus Anzeigen großer Industriezweige finanziert, bloß nichts anderes einreden.
 

Und wer wissen möchte, wie man mit einer gesunden und überwiegend grünen Ernährung spielend leicht (und ohne Hungern) sein Idealgewicht erreichen und halten kann, darf sich gern meine kostenlose App „Gesund Abnehmen ohne Diät“ herunterladen.