Ist Präsident Eisenhower „schuld“ an der großen Fett-Lüge?


 

Neulich im Lidl kontrollierte ein Pärchen neben mir die kleingedruckten Inhaltsstoffe verschiedener Käse-Sorten. Zunächst einmal: Hut ab! Heutzutage sollte jeder genau Bescheid wissen, was in seinen Nahrungsmitteln enthalten ist (denn viele Supermarkt-Produkte haben mit der eigentlichen Definition von „Nahrung“ nicht mehr viel zu tun!).
 

Allerdings schaute sich dieses Pärchen die falsche Zeile an. Sie verglichen den Fettgehalt der Käsesorten und entschieden sich dann für eine Sorte mit etwas weniger Fett.
 

Man könnte nun sagen: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“. Und ich gebe zu, noch vor einigen Jahren hätte ich aufgrund von verbreiteten Desinformationen ebenfalls auf den Fettgehalt eines Produktes geachtet.
 

Nach unserem heutigen Wissen ist jedoch der Fettgehalt eines Käses relativ uninteressant, auch dann, wenn wir Gewicht abnehmen möchten. Viel wichtiger ist es, auf die Menge an Kohlenhydraten und Zucker zu achten! Denn wir essen viel zu viel Zucker und Kohlenhydrate, jedoch nicht genug (gutes) Fett.
 

Ja, das ist richtig, „gute“ Fette sind überhaupt nicht ungesund und führen auch nicht zu Übergewicht und bösen Zivilisationskrankheiten – vorausgesetzt, wir konsumieren möglichst wenig industriell hergestellte Pflanzenfette (Sonnenblumenöl, Sojaöl, Maisöl, Rapsöl, Sesamöl,…) und natürlich auch möglichst keine 100% künstlich hergestellten Fette wie in Margarine oder Fritierfett-Produkten.
 

Gesunde Fette sind beispielsweise: Bio-Kokosöl, natives Olivenöl, Avocado-Öl, Bio-Butter. Auch der natürliche Fettgehalt in Fisch ist sehr gesund („Mittelmeer-Diät“).
 

Aber wir kam es eigentlich zu dem Irrglauben, Fett wäre ungesund? Und warum macht die Nahrungsmittelindustrie immer noch groß Werbung für ihre „light“-Produkte mit wenig Fett?
 

Wahrscheinlich hat es alles mit dem ehemaligen US-Präsident Dwight D. Eisenhower begonnen. Dieser bekam zunächst 1955 und dann nochmals 1965 einen Herzinfarkt und starb 1969 schließlich an Herzversagen. Da Eisenhower in den USA ein sehr beliebter Präsident war, machte sich die ganze Nation mit einem Mal Sorgen über Herzinfarkte, denn diese waren zu jenen Zeiten noch relativ wenig verbreitet.
 

Schnell bemühten sich einige Ärzte und Wissenschaftler, die Gründe für den Herzinfarkt des Präsidenten zu deuten. Eine Gruppe der Wissenschaftler verdächtigte übermäßigen Zucker-Konsum, die andere Gruppe glaubte, der Fett-Konsum und die damit in Zusammenhang stehenden Cholesterolwerte wären schuld.
 

Was soll man sagen, die Gruppe der Fett- und Cholesterol-Verdächtiger siegte und verbreitete ihre Hypothesen in den kommenden Jahrzehnten über den ganzen Erdball.
 

Die Nahrungsmittelindustrie war höchst erfreut über diese Meinung, denn nun konnte sie mit dem Segen der Ärzte deutlich länger haltbare Fertigprodukte produzieren – mit vielen billig produzierten Kohlenhydraten und nur ein bisschen Industriefett zum Zusammenkleben.
 

Und so kam es, dass zuerst die Amerikaner und dann die ganze Welt fettleibig wurde – und zwar von viel zu vielen Kohlenhydraten und nicht vom Fett! Zudem stiegen die Anzahl der Zivilisationskrankheiten rasant an (und steigen weiterhin).
 

Hätte man stattdessen damals die Wahrheit über Kohlenhydrate verbreitet, man würde wahrscheinlich heute kaum eine übergewichtige Person in den Straßen unserer „modernen“ Welt sehen!
 

Unsere Körper haben 3 Millionen Jahre Erfahrung mit einer effektiven und „sauberen“ Energieverwertung aus guten Fetten. Geben wir unserem Körper doch das, was er am besten gebrauchen kann. Oder tankst du dein Auto mit Pizza, Nudeln und Weißbrot?