Was ist Meditation? (Kostenloses Probekapitel)


 
Wie versprochen gibt es hier ein kostenloses Probekapitel aus meinem neuen Buch Montagsmeditationen – 22 geführte Meditationen, die deine Welt verändern:
 


 

Meditieren heißt, in einer Idee aufgehen und sich darin verlieren, während Denken heißt, von einer Idee zur anderen hüpfen, sich in der Quantität tummeln, Nichtigkeiten anhäufen, Begriff auf Begriff, Ziel auf Ziel verfolgen. Meditieren und Denken, das sind zwei divergierende, unvereinbare Tätigkeiten.
(Emile Cioran: Die verfehlte Schöpfung, 1949)
 

Der rumänische Philosoph bringt es mit diesen Worten gut auf den Punkt: Meditieren bedeutet vor allem ein Loslassen von den alltäglichen Gedanken und Bewegungen des Geistes, hin zu einem ruhigen inneren Fühlen und Erleben des Hier und Jetzt. Meditieren kann man nicht nur auf die bekannte klassische Weise mit geschlossenen Augen im Sitzen, sondern zum Beispiel auch bei einem innerlich bewusst erlebten Spaziergang, beim Verweilen in einer Yoga-Stellung, während einer Qi Gong-Bewegung, bei Tanz und Musik und vielem mehr. Beinahe alle Tätigkeiten lassen sich in einem meditativen Zustand ausführen und können dabei zu einem höheren Bewusstseinszustand und einem tieferen Zugang zu sich selbst führen.
 

Indem wir uns auf eine bestimmte Tätigkeit, ein bestimmtes Bild, ein Wort, einen Klang oder eben eine Idee fokussieren, bringen wir unsere Gedankenwelt zur Ruhe und tauchen ein in das reine Sein.
 

Stell dir einmal vor, du stehst mitten auf einem trubeligen Jahrmarkt mit hunderten von Menschen um dich herum, lauten und bunten Fahrgeschäften und verführerisch duftenden Essensständen. So sieht es oft auch in der Gedankenwelt in unserem Kopf aus. Wohin du auch schaust, siehst du Ablenkungen, alles passiert gleichzeitig in einem riesigen chaotischen Durcheinander. Die Menschen um dich herum plaudern aufgeregt über Belanglosigkeiten. Einzelne Gesprächsfetzen wehen zu dir herüber, doch du verstehst nicht, was die Menschen damit sagen möchten und was ihnen daran so wichtig ist. In der Mitte des Jahrmarkts steht ein riesiges Fahrgeschäft. Wir nennen es dein Gedankenkarussell. Es dreht sich so schnell, dass du es kaum schaffst, dich auf eine einzelne Gondel oder eines der darauf fahrenden Kinder zu konzentrieren, denn vor deinen Augen erscheint alles zu verwischen.
 

In deiner Hand hältst du eine goldene Fernbedienung für dieses Karussell. Sie hat nur einen einzigen Knopf, der mit „AN / AUS“ beschriftet ist. Du hast die Macht, mit dieser Fernbedienung all das hier zur Ruhe zu bringen. Du drückst den Knopf. Dein Gedankenkarussell kommt mit einem letzten Quietschen zum Halten. Augenblicklich erstarren alle Bewegungen. Die Menschen um dich herum bleiben in ihrer derzeitigen Pose abrupt und regungslos stehen. Du hörst und siehst…
 

Stille. Ruhe.
 

Willkommen im Hier und Jetzt, dem tiefen inneren Sein. Du fühlst dich befreit und vollkommen entspannt. Du blickst dich um und kannst dir jetzt all die Details in deinem Kopf zum ersten Mal ganz genau ansehen, denn sie bewegen sich nicht mehr. Du „siehst“ sie jetzt erst wirklich, weil du dir Zeit nehmen kannst und sie nicht nur mit deinen Augen erblickst, sondern mit deinem ganzen Sein erspürst.
 

Doch all diese Dinge interessieren dich schon nach einer Weile gar nicht mehr, sie sind dir zu bunt und zu zahlreich. Mit einem einzigen Gedanken kannst du all dies um dich herum jetzt ganz einfach verblassen lassen.
 

Jetzt löst sich alles auf. Übrig bleibt…
 

Nichts.
Stille.
Ruhe.
 

Und nun beginnt das eigentliche Meditieren.
 

Was ist eben passiert? Ganz viel. Wenn du bewusst gelesen hast, wirst du in deinem Kopf bestimmt die Bilder und Szenen des Jahrmarkts miterlebt haben. Dann hast du wahrscheinlich die Macht gespürt, die du mit der goldenen Fernbedienung in deiner Hand besitzt: die Kontrolle über deine eigene Gedankenwelt. Und du wirst hoffentlich auch ein bisschen von dieser angenehmen Ruhe gefühlt haben, nachdem sich all das um dich herum aufgelöst hat?
 

Diesen Zustand versuchen wir in der Meditation zu erreichen. Dabei ist es meiner Meinung nach nicht entscheidend, ob wir uns nun tatsächlich auf „Nichts“ oder „Etwas“ konzentrieren. Darüber hat jede Meditationsphilosophie so ihre eigenen Vorstellungen. Wichtig ist, dass wir umfassend wahrnehmen und ganz entspannt sowie ohne Anstrengung in der Meditation aufgehen können, einfach wahrnehmen und fühlen, nicht mit unseren fünf Sinnen, sondern auf der Seelen-Ebene mit unserem inneren Gespür.
 

Wenn du regelmäßig meditierst, wirst du sicher bald eine Veränderung in deinem Leben erfahren – denn die tiefe innere Entspannung, die Konzentrationsfähigkeit und die allgemeine Achtsamkeit und Wahrnehmung verbessern sich bei den meisten Menschen schon nach wenigen Wochen des regelmäßigen Praktizierens. Und du wirst vielleicht bestimmte Momente in deinem Alltag bewusster, ja: meditativer erleben können. Dies wird mit einiger Wahrscheinlichkeit auch Auswirkungen auf deine allgemeine Lebensfreude haben. Du wirst feststellen: Es gibt kaum einen Grund, nicht zu meditieren.
 
 

Hier findest du weitere Informationen zu meinem Buch und alle Links zum Bestellen. Mit deiner Bestellung unterstützt du auch das Projekt montagsmeditation.de und meine Arbeit.