Warum unsere Welt Verlierer braucht


(Bild: Creative Commons von Nina J. G.: flickr.com)
 

Die Zuwanderungsdebatte entflammt mal wieder in Deutschland und tausende gehen auf die Straße, weil sie entweder für oder gegen Ausländer sind. Bei den Pegida-Anhängern gibt es Ängste vor zunehmender Gewalt und Kriminalität, und auch davor, etwas von unserem Wohlstand abgeben zu müssen.
 

Warum sprechen wir nicht über die Hintergründe, warum überhaupt die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird, warum wir gegeneinander statt miteinander auf diesem Planeten leben? Das Grundproblem sehe ich nicht in einer angeblichen Überbevölkerung. Wissenschaftler sagen, wir könnten auch weitaus mehr als doppelt so viele Menschen gut ernähren, wenn wir es nur wollten.
 

Aber das wollen „wir“ gar nicht. Unser heutiges Geldsystem kann ohne immer neue und immer mehr Verlierer nicht existieren. Dazu muss man sich anschauen, wie unser heutiges Buchgeld entsteht, nämlich förmlich aus dem Nichts. Es ist einfach eine Schuldbuchung auf einem Konto bei einer Bank, die dafür nur ein paar Zahlen an der richtigen Stelle eingetippt hat.
 

Nun kommt dieser Geldbetrag in Umlauf – und soll irgendwann zurückbezahlt werden. Da gar nicht genügend Geld im System vorhanden ist, funktioniert dies nur mit neuen Krediten, also frischem Geld aus dem Nichts. Natürlich soll mit Zinsen und Zinseszinsen zurückgezahlt werden – nochmals: mit Geld, das noch nicht existiert und erst durch eine neue Schuld auf einem Konto entstehen muss.
 

Wenn du einen Zehn-Euro-Schein in der Hand hältst, so ist das kein Wert an sich. Es ist eine Schuld, die bei einem anderen Menschen eingetragen ist. Du bezahlst mit diesem Geldschein auch nicht nur für Waren oder Dienstleistungen, mindestens mit 30% bezahlst du damit auch die Zinsen von Schuldnern – weswegen die Preise auf Miete, Lebensmittel, Transport und allem weiteren beständig steigen. So steigen auch die Schulden weiter…
 

Irgendjemand muss nun dieses exponentielle Wachstum der Schulden bezahlen. Das sind zu einem kleinen Teil die Verlierer im eigenen Land und zum weitaus größeren Teil die Verlierer in der sogenannten „dritten“ Welt.
 

„Lass dein Geld für dich arbeiten!“ schreibt die Bank in ihrer Reklame. Geld kann aber nicht arbeiten. Menschen können arbeiten – darum sind verdiente Zinsen immer die Schweißtropfen eines anderen Menschen. Man kann das auch Sklaverei nennen. Auch wir selbst sind so abhängig von Geld geworden, dass wir alle als moderne Sklaven das System bedienen. Die Gewinner sind nur einige wenige clevere Menschen an der Spitze der Pyramide.
 

Die Europäische Zentralbank (EZB) möchte gerade Staatsanleihen aufkaufen. Wenn dies geschieht, ist vielleicht auch der Begriff der modernen Sklaverei ein bisschen besser nachzuvollziehen. Auch du hast dann als Bürger deines Landes Schulden bei der EZB. Ihnen gehört sozusagen dein A*** (sorry). Wir werden nicht von unserer Regierung regiert, die Welt wird ausschließlich von Geld (und Geldgebern) regiert!
 

Zurück zu unseren Einwanderern. Wer in Armut und Hunger aufwächst und zusehen muss, wie alles immer schwieriger und schlimmer für seine Familie wird, für den ist Europa das Paradies auf Erden: grüne Wiesen, genug zu essen, ein funktionierendes Bildungssystem mit Aufstiegsmöglichkeiten. In vielen Ländern „darf“ es all dies gar nicht in der gleichen Form geben wie bei uns, denn dann würde es nicht genügend arbeitstreue Sklaven und Verlierer geben, die unser System am Laufen halten.
 

Warum haben „wir“ Angst vor Zuwanderung und trauen uns nicht, einmal das System genauer anzuschauen, das wir seit Geburt an nicht anders kennen? Menschen haben in ihrer Geschichte immer wieder ihre selbstgeschaffenen Systeme in Frage gestellt und auch immer wieder aufgelöst und neu erstellt. Ich glaube, es ist höchste Zeit dafür.
 

„Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“ sagte schon Henry Ford. Und darum gibt es jetzt ein kurzes unterhaltsames Info-Video über unser Geldsystem. Wer demnächst ein bisschen Zeit hat, mag sich vielleicht auch die weiteren Videos der gut zusammengestellten YouTube-Playlist ansehen, dazu einfach unten rechts im Video auf den YouTube-Button klicken. Ich wünsche gute Unterhaltung und viele neue Erkenntnisse!