Dusch-WC: Wenig persönliche Erfahrungsberichte


 

In unserer neuen Finca gibt es für das Abwasser eine natürliche Sickergrube. Damit befindet sich der Haushaltswasserkreislauf in direkter Nähe des eigenen Lebensmittelpunktes. So wird man sich deutlich bewusster darüber, wieviel unnötige Seifen und andere Chemikalien im täglichen Gebrauch einfach so weggespült werden.
 

Nachteil: Es darf kein gewöhnliches Toilettenpapier benutzt werden! Dieses würde die Innenwände der Sickergrube verkleben, so dass ein natürlicher Kreislauf nicht mehr stattfinden kann.
 

Auch viele sich selbstauflösende Camping-Toilettenpapiere halten scheinbar nicht immer das, was sie versprechen – viele bestehen trotzdem noch aus Zellstoff, der ziemlich lange bis zur endgültigen Zersetzung benötigt und auch im halb-aufgelösten Zustand noch Schaden anrichten kann.
 

Auf der Suche nach Lösungsmöglichkeiten stieß ich auf die in Japan und Korea sehr beliebten Dusch-WC’s. Diese sind im Prinzip die Verbindung einer gewöhnlichen Toilette mit einem Bidet: Anstatt sich mit Toilettenpapier zu reinigen, wird der Hintern nach einem großen Geschäft mit klarem warmen Wasser abgespült.
 

Das erscheint im ersten Moment ziemlich ungewöhnlich. Jedoch verspricht Wasser eine deutlich gründlichere Reinigung als ein Hin- und Herwischen mit dem Papier. Zugegeben, der Gedanke braucht erst einmal ein bisschen Zeit, immerhin haben wir uns kulturell an unseren Toilettengang zigtausende Male gewöhnt, da sind Zweifel erstmal ganz normal.
 

Bei meiner Recherche stellte sich heraus, dass inzwischen fast jeder namhafte Hersteller von Sanitärkeramik eine eigene Ausgabe eines solchen Dusch-WC’s im Angebot hat.
 

Hier die Namen von Dusch-WC’s einiger großer Hersteller:

  • TOTO (Weltmarktführer): „Washlet“
  • Villeroy & Boch „ViClean“
  • Geberit „AquaClean“
  • Grohe „Sensia Arena“
  • Duravit „SensoWash“

Außerdem werden Dusch-WC’s unter anderem auch von diesen Firmen hergestellt: USPA (der größte koreanische Hersteller), Kohler, Wacor, BisBro, Closomat, und einige mehr.
 

Die Funktionen der Dusch-WC’s sind fast immer zu 100% die gleichen: Es gibt eine Dusche für den Analbereich und meist eine seperate Lady-Dusche. Die Temperatur, Intensität und Position des Duscharms können per Fernbedienung eingestellt werden. Der besagte Duscharm wird automatisch vor und nach jedem Duschvorgang mit klarem Wasser gereinigt.
 

Die meisten Dusch-WCs verfügen außerdem über einen eingebauten Fön zum Trocknen, der aber laut Internetkommentare scheinbar bei den meisten Modellen nicht besonders schnell trockenföhnen kann (hier weichen dann die Anwender doch noch auf Papier oder auf kleine Handtücher aus).
 

Der Stromverbrauch der meisten Dusch-WCs scheint relativ gering zu sein, sofern nicht die teure (und meiner Meinung nach meistens unnötige) Sitzheizung verwendet wird. Einige Modelle halten jedoch die Wassertemperatur stets auf der gewünschten Temperatur, hier ist ein System mit Durchlauferhitzer sicher vorzuziehen.
 

Etwas mehr scheinen die technischen Wartungs- und Instandsetzungen zu Buche zu schlagen, offenbar läuft so ein Dusch-WC nicht wie ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine 10 Jahre lang ohne Probleme. Nach drei Jahren klagen viele Besitzer in Internetforen über erste Wartungs- und Reperaturrechnungen. Hier ist also besonders ein guter Kundenservice des Herstellers wichtig für die Anschaffung.
 

Nach echten persönlichen Erfahrungsberichten mit einem Dusch-WC kann man im Internet lange suchen… Egal, ob in deutscher oder englischer Sprache, es traut sich leider kaum jemand persönlich zu berichten.
 

Und das in unserer so aufgeklärten Welt, bei der sich besonders auch YouTuber für keine Peinlichkeit zu schade sind – hier kneifen sie dann doch. Die einzigen Videos, die sich bei YouTube unter dem Stichwort „Erfahrungsbericht“ finden lassen, sind perfekt umgesetzte Werbefilmchen der Hersteller. Hier gibt es also auf jeden Fall noch eine „Marktlücke“! :-)